Tourenplanung (1)

Motorradfahren hat ganz gewiss keinen neuen Menschen aus mir gemacht. Aber eines hat sich geändert. Ich plane.

[Bild: Tourenplanung | motorradblog.de]

Auch waren mir Wettervorhersagen früher ziemlich wurscht. Jetzt verfolge ich begeistert Sonnen- und Regenorakel. Selbst Klimatabellen finde ich spannend. Mittlerweile kenne ich sogar die Parameter für die Vorhersage meiner beiden Wetter-Apps. Das hat bereits über die Himmelsrichtung der ein oder anderen Wochenendtour entschieden.

Planung? Früher nie!

Früher fand ich es befremdlich, wenn Freunde sich bereits ein Jahr zuvor mit ihren Urlaubszielen beschäftigten. Heute mache ich es selbst so. Teilweise bis ins Detail. Allerdings nur, wenn ich mit dem Motorrad fahre.

Schlüsselerlebnis war meine erste lange Motorradtour, die ich wie üblich mehr oder weniger unvorbereitet angetreten hatte. Es ging quer durch Osteuropa. Die Folge meiner Planungsmuffellei waren Strecken, die mit dem Motorrad keinen Spaß machen. Zum Schluss hatte ich das Gefühl, das Wichtigste verpasst zu haben.

Planung heute? Bis ins Detail

Seitdem setze ich mich mit unseren Zielen und Strecken intensiv auseinander. Wir nutzen dafür die Tools Kurviger und OpenStreetMap. Zweifelhafte Stellen schauen wir uns auf Google Maps an. Großstädte und deren Randzonen vermeiden wir. Städteurlaub ist was für den Winter oder spätere Jahre.

Wenig befahrene Nebenstrecken werden grundsätzlich bevorzugt. Je schmaler sich der Weg durch die Gegend schlängelt, desto größer die Chance auf Entdeckungen. Topografische Besonderheiten werden nach Möglichkeit eingebaut. In Stichworten sieht es ungefähr so aus:

  • Keine Großstädte;
  • keine Autobahnen und Bundesstraßen;
  • schmal und kurvig vor breit und gerade;
  • wo ist Wasser? Wo sind Berge?
  • Weniger ist mehr!

Allgemein zugängliche Streckenempfehlungen nutzen wir übrigens nur als Orientierung. Um sie dann in der Regel auszuschließen (siehe hier zum Warum). Es sei denn, es handelt sich um wirklich besondere Passagen.

Die Übernachtungsorte planen wir allerdings nicht. Es findet sich immer etwas. Entweder, je nach Zielland, ein guter Zeltplatz. Oder wir bemühen die gängigen Tools, um vor Ort eine günstige Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

Die beiden wichtigsten Tipps

Die meiner Meinung nach besten beiden Tipps bleiben aber:

  • sich unterwegs Zeit nehmen und Kontakt zu Einheimischen suchen
  • und dann bereit sein, den einmal gemachten Plan jederzeit umzuwerfen.

Die Belohnung sind Touren fernab des üblichen Motorradtourismusrummels und Entdeckungen, die in keinem Reiseführer genannt werden. Aber auch Begegnungen mit eher spröden Landstrichen und auf den ersten Blick reizlosen Orten, deren Charme sich denjenigen nicht erschließen wird, die eine auf Hochglanz polierte Freizeitwelt erwarten.

Fortsetzung unter Tourenplanung (2).

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