Freie Fahrt in den Alpen

Die Alpen und Mallorca haben eine wesentliche Gemeinsamkeit. Beide Orte sollte man eigentlich meiden , wenn zwei oder mehr Bundesländer gleichzeitig die Urlaubszeit antreten.

[Bild: Alpen | motorradblog.de]

Denn dann ist es meist so überfüllt und verstopft, dass man stellenweise nahezu Schlange stehen wird. Von der lauschigen und postkartengerechten Idylle in den Bergen bleibt in der Hochsaison häufig jedenfalls nicht viel übrig.

Auch sollten je nach Ortswahl die österreichischen, italienischen und französischen Ferien im Auge behalten werden. Egal ob man nun Badehose, Wanderstiefel oder Motorradkluft trägt.

Ein paar Ratschläge – keine Geheimtipps

Ich werde nicht den Status eines Alpenexperten für mich beanspruchen. Da haben andere weitaus mehr zu sagen und zu bieten. Wobei sich der Hinweis sicherlich erübrigt, dass im Internet verkündete Geheimtipps naturgemäß recht schnell abgenutzt sind. Da ich aber immerhin in Sichtweite der Berge lebe, erlaube ich mir ein paar bescheidene Ratschläge.

  1. Man reise antizyklisch. Timmelsjoch, Grossglockner, Stilfser Joch und die anderen beliebten Strecken sind eigentlich nur etwas für einen der letzten sonnigen Montagvormittage kurz vor der Passschließung.
  2. Wer doch in der Saison unterwegs ist, der nehme die kleineren und unbekannten Strecken. Der Ausblick ist nicht immer so spektakulär, aber dafür steht niemand im Bild.
  3. Oder man breche in den wirklich frühen Morgenstunden auf. Also vor sieben Uhr. Am besten sogar noch vor sechs. Die Belohnung können atemberaubende Szenarien sein, wenn die Sonne durch den morgendlichen Nebel bricht. Auf jeden Fall sind aber die Straßen frei.
  4. Man mache sich mit allgemein bejubelten Wegstreckenempfehlungen vertraut – insbesondere die für Wohnmobile. Und meide sie wie die Pest.
  5. Wer eine einsame Traumpassage durch die Natur entdeckt (ja, gibt es noch), der genieße sein Glück. Und schweige über den seltenen und deshalb kostbaren Fund.

Diejenigen, die ihren Freundeskreis erweitern oder auf Partnersuche sind und sich Tinder und andere Börsen ersparen wollen, tun einfach das genaue Gegenteil.

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6 Comments

  1. Sooo wahr! Gerade selbst – wider besseren Wissens – festgestellt und im Nachhinein etwas über die eigentich verschenkte Urlaubszeit geärgert…

  2. Ha, das sind gute Tipps. Speziell der mit dem frühen Aufstehen. Keine Gefahr, dass das zum Massenphänomen wird, zum Glück 👍

    Passt übrigens perfekt zur aktuellen, emotionalen Diskussion um die zeitweise (Sa/So/Feiertag) Sperrung von Landstraßen in Tirol 😀

  3. … ja und wenn man Glück hat sind am frühen Morgen die Kassenhäuschen der bezahlbaren Straßen noch nicht besetzt, doch mir nützte es nicht wirklich was, da ich ein Tourticket in der Tasche hatte … doch ohne Stop durch und so schön leer 🙂

  4. Die einsame Traumpassage-
    ja, die gibts tatsächlich noch. Wenn man Glück hat, gleich im Zehnerpack, an einem Tag, manchmal ist auch eine unweit der Haustüre zu finden… weder Geist noch Augen sind immer weit genug offen.
    Es spielt keine Rolle ob die Hausstrecke 100 oder 300km lang ist, es gibt immer eine Abzweigung oder Umfahrung die man noch nie gefahren ist.
    Manchmal ist es ein neuer Fotospot der kurz wie ein Radarblitz im Augenwinkel erscheint- zu spät, schon vorbei, kommen noch genug. Nächste Tour auf dieser Straße- ich werd mich daran erinnern und Bilder machen, kann mich entsinnen wie die Sonne um 9h stand, ich probiers um 8h, bin ein Nachtlicht und komme nur schwer aus dem Bett und eine Stunde fahre ich schon bis dorthin-
    wird also schwer werden.
    Aber lohnen wird sichs, da bin ich mir sicher.

  5. Tja, ich verfluch mich selbst wenn ich am Sonntag noch als Tagesabschluss auf meinen Hauspass zufahre, um ein letztes mal auf 1299 m.ü.M zu kommen und mich dann nur in die Schlange der Fahrzeuge einreihe welche über den Pass fahren.

    Und Punkt 5 hat was, ich halte mich daran. 😉

  6. Tja… Und nun regt sich ein kleiner Teil in Deutschland darüber auf das man in Tirol zurück auf den Brenner verwiesen wird wenn man nach Italien will (und verunstaltet damit viele, viele Plattformen im Netz). 😀

    Als ich noch an allen sieben Wochentagen arbeiten »durfte« und meine Ausgleichstage entsprechend frei legen konnte: Super um diverse Strecken fahren zu können welche an den Wochenenden (inkl. Freitag Nachmittag) sonst extrem stark frequentiert werden.

    Aber: Die Zeiten sind leider vorbei, ich reihe mich jetzt also auch mit ein wenn ich an den Wochenenden unterwegs bin. 🙁

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