Typologien: der Optimierer

Der Spaß am Motorrad ist ja nicht aufs Fahren beschränkt. Begegnung mit einem Hobbyisten.

[Hier ist eigentlich ein Bild: Großaufnahme eines zerbrochenen Ringmaulschlüssels.]

Tom lerne ich auf einem Campingplatz auf dem Weg nach Spanien kennen. „Nice bike!“ grüßt er. Dabei grinst er irgendwie zu breit. Er fährt eine Maschine gleicher Marke, aber ein anderes, vermutlich neueres, auf jeden Fall größeres Modell. Ich schaue nicht genauer hin. Erst das Zelt aufbauen und das Pferd versorgen.

Als das erledigt ist, quatschen wir und beginnen, unseren Proviant auszutauschen. Holländische Würste aus der Dose sind ein wirklich zweifelhafter Genuss. Ich räche mich mit einer Packung deutschem Kartoffelsalat aus dem Discounter, der primär nach Konservierungsstoffen schmeckt. Seine Mutter backt allerdings formidablen Kuchen, der grandios zu meinem schottischen Whisky passt. Der Abend wird lang.

Irgendwann verstehe ich dann auch das Grinsen. Er fährt exakt dasselbe Modell wie ich. Wenn man genauer hinsieht, ist das auch zu erkennen. Allerdings erscheint alles wuchtiger, irgendwie besser aufeinander abgestimmt und das Auge bleibt an zahlreichen Details hängen. Damit sind wir bei seinem Hobby. Optimieren.

Tom verbringt einen kapitalen Anteil seiner Zeit mit der Recherche nach der idealen Motorradausstattung. Aus dem Stegreif zählt er begeistert Vor- und Nachteile acht unterschiedlicher Windschildlösungen auf. Selbst mehrere Kettenschmiersysteme kann er nennen (in meiner Welt gab es bisher nur zwei Optionen). Verbesserung der Federwege, Auspuffanlage, Gepäcksysteme, Reifen, Öle, ja selbst Lacke kennt er aus dem FF. Heißt: er hat es erprobt und ausprobiert. Tom erweist sich als nahezu unerschöpfliche Quelle. Sein Traum: einen Shop als Ausrüster zu eröffnen.

Blöderweise verliere ich seine E-Mailadresse später irgendwo in den Pyrenäen. Wer also, liebe Leute, irgendwann mal in den Niederlanden auf einen hervorragenden Ausrüstungsberater mit profundem Wissen namens Tom stößt, der nutze sein Wissen und schreibe mir doch bitte.

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