Nachtrag zu Motorradtinte

Es hat mich einfach nicht losgelassen. Also habe ich sie bestellt. Nun steht sie auf meinem Schreibtisch herum. Das gefällt mir, denn damit wirkt die Arbeitsfläche geadelt.

[Bild: Motorradtinte | motorradblog.de]

Ich überlege, ob ich nicht auch eine Feder besorge. Dazu handgeschöpftes Pergamentpapier im Ledereinband. Das werde ich zwar nicht benutzen. Aber das Klischeebild wäre nahezu perfekt.

Olfaktorische Probe

Ansonsten muss ich berichten, dass der Geruch doch nicht wie erwartet ist. Fast ein wenig enttäuschend. Ich bin extra zu unseren Maschinen gegangen und habe die olfaktorische Probe eigennasig durchgeführt. Aber weder die Bullet, noch die 650er und auch nicht die 800er riechen annähernd so wie die Tinte. Eigentlich, ja, riechen sie viel besser.

Aber ich bin leider zu sehr Laie, als dass ich viel über Motorradtintenduft sagen dürfte. Möglicherweise ist es ähnlich wie bei Wein? Ein Kenner wird ein wenig das Glas schwenken, die Konsistenz im Gegenlicht prüfen und anschließend schnuppernd die Nüstern blähen. Um dann mit hochgezogener Augenbraue und erkennendem Lächeln festzustellen: „Ganz klar das Bouquet von Hamamatsu. Baujahr 1987 bis 1992. Eine Honda VFR 750 R.“

Vielleicht das falsche Baujahr

Eventuell besitzen wir auch nicht die richtigen Motorradjahrgänge. Pardon, Baujahre. Da die Tinte teuer ist, wäre denkbar, dass das Segment nicht stimmt. Vielleicht ist das der Geruch der exquisiten Luxusklasse, der hier in Perfektion eingedeckelt wurde. Das erlesene Motorrad riecht vielleicht ganz anders.

Wenn sich mir also demnächst die Gelegenheit bietet, werde ich mal heimlich an dem ein oder anderen Schlitten mit goldenen Fußrasten schnüffeln. Wenn auch dann ein Aha-Erlebnis ausbleibt, ist den Herstellern nur zu raten: ändert das Label! Schreibt etwas drauf, was wir nicht so leicht nachprüfen können. Mein Vorschlag: „Motorradtinte. Der exklusive Geruch der allerersten Indian.“

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