Kleine Glücksmomente: Helmhygiene

Tipp zur Selbsttherapie bei Winterdepressionen und Entzugserscheinungen. Wenn’s richtig schlimm kommt, hilft vielleicht schon ein wenig Waschmittel.

[Hier ist eigentlich ein Bild: Eine junge Frau, die am Strand an einem Stab emporspringt.]

Ich bin mir sicher, dass sich die meisten Motorradfahrer über die wesentlichen Glücksmomente einig sind. Erste Ausfahrt im Frühling, Beschleunigung, eins mit der Maschine sein usw. Das wird dann häufig minutiös beschrieben. „Mein Fuß tastet nach vorn, ich lasse den Gang einrasten, drehe am Gasgriff.“ So ungefähr.

Bislang habe ich aber noch keinen Text gefunden, der die kleinen Glücksmomente benennt. Zweifellos bejubelt werden muss beispielsweise ein frischgewaschenes Helmfutter.

Uneingeweihten erzählt man ja nur ungern, welches dschungelartige Mikroklima sich nicht nur an einem heißen Sommertag unterm Helm bildet. Nach ein paar tausend Kilometern bei Regen, Hitze und Staub, aufgrund der Verkehrsdichte ja auch nicht immer fahrend, kann man sich eigentlich nur darüber wundern, tatsächlich noch allein in seinem Helm unterwegs zu sein.

Immerhin verlieren wir im Normalzustand bis zu einen Liter Wasser am Tag. Einen großen Teil über Hautverdunstung, einen größeren Teil über Ausatmen. Beim Motorradfahren, irgendwie ist es ja doch Sport, verdunstet weitaus mehr. Und das landet eben zu gutem Teil in der Kleidung. Egal wie gut die belüftet ist. Zudem ist die Stirn eine der Körperregionen, die besonders viel schwitzt.

Es ist also gut beraten, wer sich ab und zu mal die Zeit für Helmhygiene nimmt. Helmfutter rausfummeln, Lieblingswaschmittel auswählen, waschen, trocknen lassen, reinfummeln. Und dann, der große, wirklich große Moment: aufsetzen! Durchatmen! Lächeln! Die nächsten 100 Kilometer fährt es sich wie auf Blumenwiesen. Versprochen.

Nachsatz. Für die winterbedingt Deprimierten unter euch, die kaum mehr den nächsten Saisonstart erwarten können, kann das ein wirksames und kostengünstiges Substitut sein. Einfach Futter waschen und Helm aufsetzen. Das wirkt. Vorübergehend. Alle anderen müssen Stollenreifen aufziehen oder auf die Südhalbkugel fliegen.

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1 Comment

  1. Was nützt es, wenn der Motor läuft, die Straßenverhältnisse o.k. sind, die Sonne scheint, ich die Maschine im Griff habe, alles im Großen und Ganzen also stimmt, mich allerdings ein leichtes Jucken auf der Kopfhaut irritiert und ich in behelmtem Zustand, ich befinde mich auf einer kurvigen schmalen Landstraße, jetzt nichts dagegen unternehmen kann. Anhalten geht überhaupt nicht. Also durch- und aushalten! Von Glücksgefühl keine Spur mehr. – Erkenntnis: Zum großen Glück beim Motorradfahren gehören eben auch die vor Fahrtantritt zu erledigen kleine Dinge wie die Helmhygiene, damit es zu unbeeinträchtigten Glücksmomenten kommen kann.

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