Das richtige Auto

Ich bin so selten wie nur irgendwie möglich mit dem Auto unterwegs. Wenn es denn doch sein muss, habe ich so gut wie immer das Gefühl, das Falsche zu tun.

Insbesondere bei längeren Strecken über ein ganzes Wochenende. Schmerzhaft wird es bei allerbestem Motorradwetter. Unerträglich, wenn dann auch noch grandiose Motorradstrecken abgefahren werden.

Ich bin eigentlich der Überzeugung, nicht dazu zu neigen, anderen Menschen etwas zu neiden. Aber wie eine Sardine eingesperrt all die Glücklichen zu sehen, die mit dem Motorrad unterwegs sein können, bildet eine Ausnahme.

Kein Auto kann ein Motorrad ersetzen

Und nein, es ist nicht abhängig vom Automodell. Das ist uns vergangenes Jahr bewusst geworden. Wir mussten ein neues Auto kaufen. Etwas ratlos haben wir uns online erkundigt, sind durch Verkaufshallen gepilgert und wurden von so gut wie allen Vertrieblern der geläufigen Automarken zum Kaffee eingeladen.

Schließlich hatten wir einen guten Überblick über die abstrusesten Benennungen von Autolacken. Wir wissen nun um die Beschaffenheit von Textilstoffen des Innenraums. Sogar den Code der ein oder anderen Modellbezeichnung können wir mittlerweile entschlüsseln.

Bis schließlich sportliche Cabrios in die engere Auswahl rückten. Es folgten mehrere Testfahrten. Wir fegten über die Landstraßen der Voralpen, aber all die Sportpakete, Ledersitze, Infotainment-Systeme, Fahrassistenten, kurz, das ganze Sonderausstattungsgedöns wirkte nicht. Der Funke sprang nicht über.

Nee. Nein. Nö

Immer sahen wir uns etwas ratlos an und waren uns einig – das ist es nicht. Als uns dann ein junger Verkäufer noch freudestrahlend mitteilte, dass man mit einem dieser Wagen Freunde und Bekannte zutiefst beeindrucken könnte, war ohnehin klar, dass wir auf der falschen Spur waren. Mit unseren Freunden und Bekannten wollen wir gute Gespräche führen. Aber beeindrucken müssen wir sie glücklicherweise nicht. Schon gar nicht mit einem Auto.

Bei der letzten Probefahrt wollte es dann der Zufall, dass direkt nebenan ein Anbieter von Nutzfahrzeugen war. Wir gingen hin und kauften innerhalb von 30 Minuten einen Kastenwagen.

Das Teil ist grandios! In der Ökobilanz schlägt er jedes Elektrogefährt. Und hinten passen unsere beiden Motorräder hinein.

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10 Comments

  1. „Und hinten passen unsere beiden Motorräder hinein.“

    Wer seine Motorräder nicht selber fährt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren! (sehr frei nach Karl Lagerfeld) 😉

    Ein Leben, in dem ich nicht selbst Motorrad fahre wäre möglich aber Sinnlos! ( sehr frei nach Loriot!)

    Eine Fähre lasse ich gerade noch gelten… 😉

    1. Haha! 😄 Strenge, aber absolut plausible Philosophie. Aber wenn es demnächst über die gepökelten Autobahnem gen Süden geht, ist so eine Box dann trotz Lagerfeld und Loriot doch sehr fein.

  2. was für einen kasten habt ihr denn gekauft? suche auch noch nach einer minimallösung. in unseren c3 picasso passt die bullet ja leider nicht rein.

  3. Hahaa 😆👍🏻Eine hübsche Geschichte mit „happy end“ 🙏 wenn schon vier Räder dann wenigstens mit genug Platz fürs Notwendigste. Bin gespannt wie oft ihr den Komfort nutzen werdet😎

  4. .. und während ich so las und Dein Text auf Cabrios zu sprechen kam, dachte ich insgeheim schon „ja, Cabriofahren ist Motorradfahren noch am ehesten ähnlich“. Deswegen haben wir ja auch einen Cascada im Fuhrpark.

    Mit dem überraschenden Ende hätte ich jetzt nicht gerechnet 🙂

    Viele Grüsse,
    Jürgen

    1. Ja, ein Cabrio ist der Sache auf jeden Fall näher als die Kiste, die wir gekauft haben. Aber der Jugendtraum vom Cabrio hat sich mit den Motorrädern einfach gelegt.

  5. Jetzt musste ich doch nochmal hinschauen… Ist das die Fähre von Cromarty??? 🤔 Erinnert mich irgendwie an eine der abenteuerlichsten Überfahrten unserer Schottlandreise. 🙈😂

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